Facharzt Gynäkologie/Urologie 1_2012 click to open
Langzeitkontrazeption
Univ. Prof. Dr. Christian Egarter Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Leiter der Abteilung für Gyn. Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Währinger Gürtel 18-20 A-1090 Wien Tel.: +43 1 404 00-28 19 christian.egarter∂meduniwien.ac.at
Schwangerschaftsabbrüche sind nicht
nur aus ethischer Sicht, sondern auch
rein medizinisch die wohl ungünstigste
Form der Schwangerschaftsverhütung.
Nach den letzten verfügbaren Schätzungen
der WHO beträgt der Prozentsatz
an Schwangerschaftsabbrüchen
sowohl in den entwickelten als auch in
den unterentwickelten Ländern immer
noch zwischen 20 und 30%. In Österreich
scheint die Situation bezüglich
ungeplanter Schwangerschaften nicht
ganz so dramatisch zu sein. In einer unlängst
durchgeführten, umfangreichen
Befragung an 2478 Frauen (CHOICEStudie)
gaben 10,3% der Befragten an, zumindest bereits einmal ungeplant
schwanger geworden zu sein und immerhin
8,1% (freiwillige Angabe) führten
an, bereits einen Schwangerschaftsabbruch
hinter sich zu haben.
Update zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms
Priv. Doz. Dr. Rupert Bartsch Universitätsklinik für Innere Medizin 1, Klinische Abteilung für Onkologie Währinger Gürtel 18–20, A-1090 Wien Tel.: +43 1 40 400-44 45 rupert.bartsch∂meduniwien.ac.at
Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung
bei Frauen weltweit. Durch
Früherkennung und rezente Fortschritte
in der adjuvanten Therapie konnte
die Mortalität gesenkt werden, dennoch
muss weiterhin bei rund 20%
der Patientinnen mit dem Auftreten
von Fernmetastasen gerechnet werden
(Brewster et al 2008). Zwar gilt das metastasierte
Mammakarzinom weiter als
unheilbare Erkrankung, doch stehen
heute zahlreiche Möglichkeiten zur
palliativen systemischen Behandlung
zur Verfügung: Antihormonelle Substanzen,
Chemotherapeutika und zielgerichtete
Medikamente, zu denen etwa
Antikörper und Tyrosinkinase-Hemmer
gezählt werden. Auch Bisphosphonate
zur Behandlung von Knochenmetastasen
sowie lokal-ablative Verfahren
(Chirurgie, Strahlentherapie, interventionelle
radiologische Techniken) spielen
eine Rolle.
Durch optimalen Einsatz der zur Verfügung
stehenden Optionen gelingt es
häufig, eine lange anhaltende Stabilisierung
der Erkrankung zu erreichen. Von
besonderer Bedeutung ist dabei die
Lebensqualität, weshalb eine individualisierte
risikoadaptierte Behandlungsstrategie
notwendig ist (O‘Shaughnessy
et al 2005).
Facharzt Gynäkologie/Urologie 4_2011 click to open
Was kann die Pille? Was kann sie noch…
Univ.-Prof. Dr. Doris Gruber Univ.-Klinik für Frauenheilkunde Klinische Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Währinger Gürtel 18–20, A-1090 Wien Tel.: +43 1 40 400-28 16 Fax: DW +43 1 40 400-28 17 doris.gruber∂meduniwien.ac.at
Verhüten und mehr…
Vor 50 Jahren ist es erstmalig gelungen
ein „Medikament“ auf den Markt
zu bringen, das nicht im eigentlichen
Sinne eine Krankheit heilt oder lindert,
sondern bei gesunden Frauen zum Einsatz
kommt, um nur ein Ziel zu verfolgen,
die Empfängnis zu verhindern.
Die oberste Prämisse an das Produkt
war, effizient eine Schwangerschaft zu
verhüten. Dass dies mit der Pille auch
wirklich möglich ist, steht außer Zweifel
und wird bei jedem neu auf den Markt
kommenden Präparat vorausgesetzt.
Ein niedriger Pearl Index ist selbstverständlich.
Doch was „kann“ die Pille
noch? Welche Vorteile und möglichen
Nachteile „erkaufe“ ich mir als Anwenderin
um den Preis des Empfängnisschutzes?
Mit diesen Fragen sehen
sich Ärztinnen und Ärzte immer öfter
konfrontiert. Die Information diesbezüglich
ist wichtig und muss sachgerecht
erfolgen. Doch sollten auch, wenn
es das Gesprächsklima zulässt, weitere
Dimensionen der Sexualität, vor allem
bei jungen Anwenderinnen, besprochen
werden. Verhüten ist nur ein Aspekt,
wenn man eine Partnerschaft eingeht.
Überblick über ausgewählte empfohlene und nicht empfohlene komplementäre Verfahren während der Strahlentherapie von Tumoren – eine Standortbestimmung im Jahr 2011
Dr. med. Ralph Mücke Leitender Arzt , Strahlentherapeutische Klinik (KLL) Klinikum Lippe Rintelner Straße 85, D-32657 Lemgo Tel.: +49 5261 264626 ralph.muecke∂klinikum-lippe.de www.klinikum-lippe.de Co-Autoren: O. Micke, U. Schäfer, I. Britzelmeir, F.T. Baumann, H. Büntzel, I.A. Adamietz, J. Büntzel
Warum nutzen so viele Tumorpatienten
komplementäre Verfahren oder was fehlt
ihnen in der modernen
Tumortherapie?
In nur wenigen Situationen der klinischen
Medizin treten deren verschiedene
Facetten oft so konträr gegenüber wie in
der Onkologie. Es ist das stetige Bemühen
des Onkologen um modernste Therapien
gegen eine scheinbar übermächtige
Erkrankung, die noch immer die Hälfte
der betroffenen Patienten besiegt. Dieses
Bemühen um die optimale Therapie ist
von Patient und Gesellschaft gewollt und
erwünscht und wird von der Solidargemeinschaft
(zumindest in Deutschland)
immer noch größtenteils übernommen.
Sildenafil - Ein Wirkstoff mit Geschichte
Dr. Christoph Baumgärtel AGES PharmMed, Institut Zulassung & Lifecycle Management, Leiter Abteilung Medizinisch-Klinische Begutachtung, Experte in der Pharmacokinetic-Expert Group und Safety Working Party der EMEA AGES PharmMed Schnirchgasse 9, A-1030 Wien www.basg.at christoph.baumgaertel∂ages.at Dr. Tanja Zahlner AGES PharmMed, Institut Zulassung & Lifecycle Management, Gutachterin Abteilung Medizinisch- Klinische Begutachtung, Gruppe MBG5 Kardiologie, Onkologie tanja.zahlner∂ages.at
Kaum ein neuer Wirkstoff hat in den
letzten zwei Jahrzehnten für größeres
Aufsehen gesorgt als Sildenafil. Als mit
Sildenafil (Viagra) im Spätsommer 1998
eine im wahrsten Sinne des Wortes potente
orale Behandlungsalternative der
erektilen Dysfunktion zur Verfügung
stand, berichteten selbst Boulevardmedien
auf ihren Titelseiten darüber und die
„kleine blaue Pille“ war bald allseits bekannt.
Zeit, die Entwicklungen rund um
den Wirkstoff in den letzten 13 Jahren
Revue passieren zu lassen und aktuelle
Geschehnisse aufzugreifen.
Bei der anfänglichen Entwicklung des
Wirkstoffes Sildenafil hatte wohl noch
niemand auch nur geahnt, in welche therapeutische
Richtung die Reise mit diesem
Wirkstoff gehen würde. Ursprünglich
wurde die Substanz nämlich zur
möglichen Behandlung von Bluthochdruck
und Angina pectoris getestet. Bald
war jedoch klar, dass kaum eine Wirkung
auf Angina pectoris gegeben war, allerdings
beobachtete man eine vermehrte
und unerwartete Zunahme von Erektionen
bei den Testteilnehmern. Diese „Nebenwirkung“
bot somit eine interessante
Option für ein Indikationsgebiet, das
bislang nur begrenzte Therapieoptionen
aufzuweisen hatte. Denn bisher standen
nur intrakavernös per injectionem zu
verabreichende Alprostadil- und Papaverinpräparate
zur Verfügung. Eine einzige
orale Alternative, nämlich Yohimbin, war
wiederum ausschließlich für psychogene
erektile Dysfunktion (ED) zugelassen,
somit bei organisch bedingter ED wirkungslos
Facharzt Gynäkologie/Urologie 3_2011 click to open
Moderne Kontrazeption - Notfallkontrazeption
A.o. Univ. Prof. Dr. Franz Fischl Frauenarzt Weimarertstraße 5/16 1180 Wien franz.fischl∂meduniwien.ac.at franz∂fischl.cc
Nach fünfzig Jahren Pille zählt die
hormonelle Kontrazeption nach wie
vor zu den zuverlässigsten reversiblen
Methoden. Im Laufe dieser langen
Zeit hat sich viel verändert. So wurde
die Hormondosis, besonders die des
Ethinylestradiols, deutlich reduziert,
die Vielfalt der modernen Gestagene,
ebenso niedrig dosiert, bringt auch eine
breite Palette therapeutischer Möglichkeiten
mit sich. Ebenso wurden durch
neue Verabreichungsformen, wie Vaginalring,
Pflaster, Depotspritze, Implantat
oder IUS (Hormonspirale), die
Möglichkeiten verschiedenster Anwendungsformen
gegeben.
Die Prostata als Ursache der Blasenentleerungsstörung
Prim. Priv.-Doz. Dr. Steffen Krause Vorstand der Abteilung für Urologie AKH Linz GmbH Krankenhausstraße 9 4020 Linz Tel.: +43 732 7806 2243 Fax: +43 732 7806 2246 steffen.krause∂akh.linz.at
Die benigne Prostatahyperplasie
(BPH) ist die häufigste Störung des
Wasserlassens beim Mann und kommt
bei ca. der Hälfte aller Männer über 60
Jahre vor. Aufgrund allgemeiner demographischer
Entwicklungen wird das
Durchschnittsalter der BPH-Patienten
jedoch immer höher. Die Lebensqualität
der betroffenen Männer ist hierbei
deutlich eingeschränkt, was den
frühzeitigen Beginn einer Behandlung
rechtfertigt.
Die Ursache dieser gutartigen Neubildung
der Prostata ist nicht völlig
geklärt. Neben dem Altern wird den
männlichen Geschlechtshormonen, den
Androgenen, und ihrem Stoffwechsel
ein Einfluss auf die Größenzunahme
der Vorsteherdrüse zugeschrieben.
Diskutiert wird auch eine Aktivierung
der embryonalen Stammzellen innerhalb
der Prostata, ausgelöst durch die
„Wechseljahre“ des Mannes.
Endokrine Therapie des Mammakarzinoms
Dr. Georg Pfeiler Universitätsklinik für Frauenheilkunde Abteilung für Spezielle Gynäkologie Währinger Gürtel 18-20 1090 Wien georg.pfeiler∂meduniwien.ac.at
Die endokrine Therapie stellt eine zentrale
Säule in der Behandlung des Hormonrezeptor-
positiven (HR+) Mammakarzinoms
dar. Die Effektivität dieser
Therapieform ist bei gleichzeitig relativ
geringen unerwünschten Wirkungen
enorm. Verschiedene Substanzen, Kombinationen
und Sequenzen kommen im
Rahmen der endokrinen Therapie zum
Einsatz. Der derzeitige Wissensstand
empfiehlt unterschiedliches Vorgehen
je nach Menopausenstatus. Im Weiteren
soll der aktuelle Standard der adjuvanten
„antihormonellen“ Therapie sowie
mögliche Pitfalls besprochen werden.
FACHARZT GYNOKOLOGIE/UROLOGIE AUSGABE 2/11 click to open
Methoden der intrauterinen, nichthormonellen Verhütung
Dr. Bettina Pinnisch FÄ für Gynäkologie und Geburtshilfe Kreuzgasse 73, 1180 Wien Tel.: +43/1/470 38 18 aon.912603249∂aon.at
Schon tausende Jahre vor der Erfindung
der Pille gab es Verhütungsmethoden,
die ohne hormonelle Komponente
auskommen mussten. Bereits im alten
Ägypten kamen Barrieremethoden wie
ausgehöhlte Zitronenhälften (als Ur-
Diaphragma) oder spermizide Substanzen,
zum Beispiel saure Milch oder Honig,
zum Einsatz. Beduinen legten den
Kamelen Steine in die Gebärmutter, um
auf langen Reisen Kamelnachwuchs zu
verhindern.
Männliche Inkontinenz nach Prostataeingriffen: moderne Behandlung
Priv.-Doz. Dr. Mesut Remzi, Univ.-Doz. Dr.Wilhelm A. Hübner Landesklinikum Weinviertel Korneuburg Urologische Abteilung Wiener Ring 3-5, A-2100 Korneuburg Tel.: +43/2262/780 5740 mRemzi∂gmx.at
Eine männliche Inkontinenz (Harnverlust)
nach Prostataeingriffen hängt
von multiplen Faktoren ab. Nicht zuletzt
die Definition, der Nachbeobachtungszeitpunkt,
Art der Untersucher, Erfahrung
des Untersuchers und die Art der
Untersuchung (operierende Institution
versus anonyme Fragebogen) bestimmen
die Inzidenz. Nach radikalen Prostatektomien
wegen eines Prostatakarzinoms,
aber auch nach Bestrahlung und
anderen Prostatainterventionen finden
sich Inkontinenzraten von 3-60%. Während
konservative Maßnahmen, im Sinne
von gut durchgeführtem Beckenbodentraining,
bis zu einem Zeitraum von
sechs Monaten post-interventionell erfolgsversprechend
sind, erfordert die
länger anhaltende Inkontinenz in der
Regel eine operative Behandlung.
Welche Maßnahmen unterstützen sinnvoll antihormonelle Therapien und welche sollten besser vermieden werden?
Prof. Dr. Karsten Münstedt1, Matthias Kalder2 1Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Medizin, Frauenklinik Klinikstraße 32, D-35392 Gießen Tel.: +49/641/99 45200 karsten.muenstedt∂gyn.med.unigiessen. de 2Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin, Frauenklinik, Marburg
Hormontherapien stellen einen wichtigen
Teil der Krebstherapie dar, allerdings
führen sie zu unerwünschten Wirkungen
wie Hitzewallungen und Osteoporose.
Oftmals versuchen Patienten mit Hilfe
von komplementären und alternativen
Methoden (KAM) diese Beschwerden zu
lindern. Zunächst ist es wichtig zu wissen,
dass das Auftreten von Beschwerden wie
Hitzewallungen die Wirksamkeit einer
Behandlung anzeigt. Dieser Umstand
sollte mit den Patienten kommuniziert
werden, so dass diese möglicherweise die
Beschwerden besser akzeptieren.Im Verhältnis
zu der hohen Prävalenz von KAM
im Bereich der Onkologie gibt es wenige
Studien zu möglichen Interaktionen zwischen
KAM und Hormontherapie.
Urologie im niedergelassenen Bereich: Facts zur Prostatavorsorge, -nachsorge und Patientencompliance
Dr. Alexander Friedl, Univ.-Prof. Dr. Christian-Peter Schmidbauer Praxis-Klinik Urologie, Fuchshallergasse 2/11, A-1090 Wien Tel.: +43/1/315 21 90, Fax: +43/1/317 93 67-24 schmidbauer∂urologie-wien.com
Prostatavorsorge in Österreich
Die Prostatavorsorge gehört zu den
wichtigsten Vorsorgeprogrammen im
österreichischen Gesundheitswesen.
Urologen und Allgemeinmediziner sind
dafür verantwortlich,Veränderungen an
der Prostata erstmals und so früh wie
möglich festzustellen. Seit 1971 ist in
Deutschland das Prostatascreening für
Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen.
Die österreichische Gesellschaft
für Urologie hält sich ebenfalls an die
Empfehlung der DGU (Deutsche Gesellschaft
für Urologie). Für familiär
vorbelastete Patienten wird eine Untersuchung
ab dem 40. Lebensjahr angeraten.
Bei unauffälligen Befunden sollte
das Vorsorgeprogramm jährlich fortgesetzt
werden. Tastbare Veränderungen
an der Prostata, auffällige PSA-Werte
oder Miktionsbeschwerden z.B. im Sinne
von LUTS (lower urinary tract symptoms)
verlangen engmaschigere Kontrollen.
Bei sehr niedrigen und stabilen
Langzeit-PSA-Werten mit unauffälligen
Rektalbefunden kann im Ermessen des
Urologen die Prostatavorsorge auch alle
zwei Jahre empfohlen werden.
Facharzt Gynäkologie/Urologie 1_2011 click to open
50 Jahre hormonelle Kontrazeption – Innovation und Individualisierung
Autor: Dr. Alfons W. Kowatsch, Maga. Dagmar M. Bernardis
Bei der Einführung des ersten hormonellen Kontrazeptivums in Europa, das unter dem Namen „Anovlar®“ im Jahre 1961 auf den Markt kam, ahnte man nicht, welche sozialpolitische und ökonomische Umwälzung diese Innovation im Laufe der nächsten 50 Jahre mit sich bringen würde.Die Möglichkeit der Geburtenkontrolle stellt einen Meilensteinam Weg zur Emanzipation der Frau dar. Die Kontrazeption ermöglichte sowohl die grundsätzliche Entscheidung der gewollten Kinderlosigkeit als auch den
Entschluss, nur ein Kind zu gebären; das betrifft derzeit fast 50% der Schwangeren.
Eine wesentliche Erhöhung des Alters der Erstgebärenden ist festzustellen:
Während das Durchschnittsalter im Jahr 1958 bei 22 Jahren lag, stieg es im Jahr 2009 auf 28 Jahre. Bemerkenswert ist weiter,dass der Anteil der über 35-Jährigen dieses Kollektivs heute bei 20% liegt. Als Folge dieser Entwicklung tritt
eine Reduktion der Gesamtfertilitätsrate (Kinderzahl/Frau) in Erscheinung –
von 2,28 im Jahre 1963 auf 1,39 im Jahr 2009 – und dies trägt wesentlich zur Überalterung der Bevölkerung bei (1,2,3).Daraus resultieren künftige sozial- und gesellschaftspolitische Herausforderungen.
Akne – Diagnostik und Behandlung
Autor: Dr. Alfons Kowatsch
Wie die jüngsten genetischen und molekularbiologischen Untersuchungen zeigen, ist die Akneerkrankung und deren Ätiologie ein komplexes Geschehen, sodass diese Thematik nicht nur den Fachbereich der Dermatologie, sondern auch jene der gynäkologischen Endokrinologie, internistischen Stoffwechselerkrankungen,
Immunologie sowie Genetik beschäftigen muss. Die häufigste Erkrankung der Haut ist Akne. Bis zu 90% der Adoleszenten mit einem Altersgipfel um das 14. Lebensjahr leiden in unterschiedlichem Ausmaß unter dieser Erkrankung, die mit
Abschluss der Pubertät ausheilen sollte.
Evidenzbasierte Prävention des Prostatakarzinoms
Autor: Dr. Armin Henning, Univ.-Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald
In Österreich werden gemäß Statistik Austria derzeit jährlich knapp 4.500 Prostatakarzinome neu diagnostiziert und machen damit 24% aller Krebserkrankungen
bei Männern aus.Die Prävalenz nimmt mit steigendem Alter deutlich
zu, meist wird die Diagnose um das 70. Lebensjahr gestellt.Das kumulierte Sterberisiko bis zum Alter von 75 Jahren liegt bei 0,8%. Das heißt, etwa einer von 100
im Jahr 2008 neugeborener Buben wird unter der Annahme gleich bleibender altersspezifischer Mortalitätsverhältnisse bis zu seinem 75.Lebensjahr an Prostatakrebs versterben (1). Das Prostatakarzinom ist somit eine Erkrankung hoher und zunehmender Prävalenz mit langer, oft Jahrzehnte dauernder Latenzperiode und gehäuftem Auftreten im höheren Alter. Diese Charakteristika machen es zu einem
idealen, potentiellen Ziel präventiver Maßnahmen: Selbst eine verhältnismäßig
geringe Verzögerung des Krankheitsbeginns würde zu einer substantiellen
Verringerung der Inzidenz und somit zu einer Reduktion der Krankheitslast
für den Einzelnen und der Kosten für das Gesundheitssystem führen. Zudem
zeigen rezent publizierte Studien zum Thema Screening beim Prostatakarzinom,
dass der Versuch, eine Reduktion der Mortalität mittels Früherkennung zu
erreichen, mit beträchtlicher Überdiagnose und Übertherapie einhergeht (2).














