FA Gynäkologie/Urologie 2_2013 click to open

Erektile Dysfunktion in der Praxis

Dr. Karl F. Diehl

Erektile Dysfunktion in der Praxis
Dr. Karl F. Diehl
Im letzten Vierteljahrhundert zeigten
sich in vielen Bereichen der Medizin
atemberaubende Entwicklungen –
so auch in der Andrologie. Bis zum
Aufkommen der SKAT (Schwellkörperautoinjektionstherapie)
Ende
der achtziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts waren eher obskure
Substanzen zur Behandlung der ED
verfügbar.
Yohimbin als Sympatholytikum
pflanzlicher Herkunft hatte durchaus
eine gewisse pharmakologische
Rationale aber in Kombination mit
Testosteron und sogar Strychnin
(!) am Markt zeigte sich doch eine
gewisse Ratlosigkeit der damaligen
ED-Therapie.
Dann begann mit den intracavernös
applikablen vasoaktiven Stoffen
eine neue Phase. Eine weitere Revolution
fand 10 Jahre später mit
den PDE 5-Hemmern statt. Wo wir
heute stehen, soll in diesem Artikel
beleuchtet werden.
Zweifellos ist die Nachfrage mit dem
Angebot gewaltig gestiegen. Nicht,
dass die Männer früher potenter
gewesen wären; heute gehen sie
mit ihrer ED offener um. Vorsichtige
Schätzungen lassen mindestens
750.000 Betroffene in Österreich
annehmen. Der Prozentsatz ist natürlich
altersabhängig, aber auch
in der urologischen Praxis werden
immer wieder auch junge Männer ab
der dritten Lebensdekade vorstellig.
Zunächst ist eine genaue Anamneseerhebung
unabdingbar um
herauszufinden, ob das Problem des
Patienten eine organische Ursache
hat oder nicht. Comorbiditäten,
insbesondere cardiovasculärer
oder stoffwechselbedingter Natur
sind ebenso wie laufende Medikationen
genau zu erheben. Wie sehr
die erektile Dysfunktion stets als
vaskuläres Warnzeichen angesehen
werden kann, muss besonders bei
funktioneller (früher psychogener)
ED infrage gestellt werden.
Um zu einem individuellen Procedere
für jeden einzelnen Patienten zu
kommen, ist die Anamnese wichtiger
als jede Labordiagnostik. Hat
man bei der Erhebung des urologischen
Status den Verdacht auf ein
hormonelles Defizit, wird man eine
Bestimmung von FSH, LH, E2, Testosteron,
SHBG und PRL durchführen.
Dies aber bei jedem ED-Patienten
zu tun, wäre bestimmt übers Ziel
geschossen. Es ist letztlich auch
einfacher, erst die Therapie zu testen,
bevor man nach seltenen Ursachen
sucht, ebenso wie nicht schon
am Anfang ein Cavernosogramm
gemacht wird um ein eventuelles
venöses Leck auszuschließen, das
ohnehin die wenigsten Patienten
haben.
Zweifellos sind heute die PDE
5-Hemmer die Mittel der ersten
Wahl. Mit der Entdeckung des Sildenafil
als potenzfördernde Substanz
fand die zweite Revolution der EDTherapie
statt.
Der große Vorzug gegenüber der
SKAT ist die wesentlich natürlichere
Erektogenese (Stimulation erforderlich!)
und die Noninvasivität.
Zu beachten ist neben den strikten
Kontraindikationen (cave Koronartherapeutika!)
die bessere Wirkung
bei möglichst leerem Magen.
Dem kamen die späteren Präparate
Tadalafil und die orale Vardenafil-
Schmelztablette (ODT) entgegen.
Tadalafil wirkt lange genug, um
auch vor einem ausgedehnteren
candlelight dinner eingenommen zu
werden (max. Plasmaspiegel nach
2h und Halbwertszeit 17 Stunden).
Die Vardenafil-Schmelztablette wird
über die Mundschleimhaut resorbiert
und umgeht somit den Magen.
Einige Substanzen sind in den 15
Jahren seither aufgetaucht oder
angedacht worden – ihnen allen ist
gemeinsam, dass sie wieder verschwunden
oder gar nicht erst auf
den Markt gekommen sind. Apomorphin
ist wieder weg und von Bremelanotid
hört man auch nicht mehr
viel. Somit wird sich vorläufig sicher
nichts am Status der PDE 5-Hemmer
als Goldstandard ändern.
Die Zulassung von Tadalafil auch
für die Behandlung von LUTS und
damit die Möglichkeit zwei oft miteinander
vergesellschaftete Fliegen
mit einer therapeutischen Klappe
zu schlagen, mag hier ein Scherflein
beitragen, aber auch ganz wesentlich
wird die Preisentwicklung einen
weiteren Schub zur Attraktivität der
PDE 5-Inhibitoren beitragen. Schon
jetzt greifen die preisbewussten
Anwender in Scharen zur Diskontschiene
von Vardenafil, aber das
wird noch lange nicht das Ende der
Fahnenstange sein.
In manchen Nachbarländern (SK,
CZ) gibt es bereits offizielle Sildenafilgenerika
um bis zu zwei Drittel
billiger als das ursprüngliche Präparat
und dem Vernehmen nach, sollen
diese noch in diesem Sommer auch
in Österreich auf den Markt kommen
und damit einen entsprechenden
Preisrutsch auslösen. Wenn man
bedenkt, dass nach dem Wissen des
Autors Sildenafil pro 100 mg Reinsubstanz
höchstens ca. 6 Cent (!)
kostet, müsste also noch ein Spielraum
nach unten zu vermuten sein.

Thrombembolisches Risiko unter modernen Kontrazeptiva – eine heftige Diskussion

Univ. Prof. Dr. Christian Egarter Medizinische Universität Wien

Die neuerliche Diskussion bezüglich des
thrombembolischen Risikos von oralen
Kontrazeptiva wurde im Jänner 2013
durch ein Verfahren zur Aussetzung
der Marktzulassung von Diane 35® und
dessen Generika in Frankreich ausgelöst.
Veranlassung beispielsweise durch
aktuelle Vorfälle von Thrombosen oder
Pulmonalembolien unter Diane 35® gab
es diesbezüglich keine. Anschließend
kam es auch zu einer Stellungnahme
der European Medicines Agency (EMA),
in der der Risikounterschied zwischen 3.
und 4. Generationsgestagenen in kombinierten
oralen Kontrazeptiva (KOK) im
Vergleich zu 2. Generationsgestagenen
ebenfalls thematisiert wurde; die EMA
ist derzeit dabei, eventuelle Risikounterschiede
anhand der derzeitigen wissenschaftlichen
Evidenz zu evaluieren und
wird in absehbarer Zeit dazu ausführlich
Stellung nehmen.
Die genannten Tatsachen haben in
der Zwischenzeit zu einer gewissen
„Unruhe“ in der Kollegenschaft geführt
und die seit einiger Zeit bestehende
wissenschaftliche Kontroverse in Bezug
auf diese möglichen Risikounterschiede
wieder aufleben lassen.
Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung
waren einige Registerbasierte
Studien, die im British Medical
Journal veröffentlicht wurden und zwar
insbesondere jene Studien, die auf einem
dänischen Register beruhen. Diese
epidemiologischen Untersuchungen
weisen auf ein möglicherweise erhöhtes
Risiko an venösen Thrombembolien
(VTE) von 3. Generations- (Gestoden,
Desogestrel) und 4. Generationsgestagenen
(Drospirenon) im Vergleich zu Levonorgestrel-
haltigen Pillen hin 1,2,3,4. Die
relative Risikoerhöhung ist dabei etwa
2; in absoluten Zahlen also etwa 2-8
zusätzliche Fälle pro 10.000 Frauenjahre.
Diese Ergebnisse stehen im direkten
Widerspruch mit den früher publizierten
„prospektiven“ Kohortenstudien, die von
den pharmazeutischen Firmen aufgrund
von EMA- und FDA-Verpflichtungen nach
der Markteinführung durchgeführt werden
mussten und die keinerlei solche
Unterschiede im thrombembolischen
Risiko aufzeigten 5,6. Dadurch kam es zu
einer in Fachkreisen sehr angeregten, ja
teilweise hochemotionellen Diskussion
bezüglich potentieller Beeinflussungen
und Bias-Möglichkeiten v.a. in den rezenten
epidemiologischen Studien.
Die grundsätzliche Meinung der EMA
ist derzeit, dass Frauen über die – wenn
auch noch nicht definitiv bewiesene
– Tatsache einer eventuellen Risikoerhöhung
bei Präparaten mit 3. und 4.
Generationsgestagenen informiert werden
sollten und dass eine individuelle
Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt
werden sollte. Andererseits möchte man
aber sicherlich auch nicht die Fehler
der „Pillenkrise“ aus dem 1995 wiederholen,
wo es aufgrund einer enormen
Verunsicherung vielfach zum Absetzen
kontrazeptiver Methoden kam und konsekutiv
zu einem Anstieg der Zahl der
Schwangerschaftsabbrüche 8,9.
Die EMA hat im Januar 2013 die Öffentlichkeit
zunächst über die kontroversiellen
Ergebnisse und das mögliche, aber
noch nicht definitiv bewiesene, erhöhte
Risiko mit den neueren Pillen informiert;
sie forderte die verschreibenden Ärzte
auf, die Vor- und Nachteile mit den verschiedenen
Präparaten mit den betroffenen
Frauen zu besprechen und meinten,
man solle durchaus ein derzeit verwendetes
Kontrazeptivum weiterverwenden,
um eine Wiederholung der Situation
1995 zu vermeiden.
Die wissenschaftliche Debatte ist nach
wie vor im Fluss und bekam sogar zusätzlichen
Schwung, beispielsweise durch
eine Publikation 9, bei der das Risiko
für thrombembolische Komplikationen
bei Verwendung von Drospirenon, sowie
Cyproteronacetat erhöht erscheint.








Facharzt Gynäkologie/Urologie 1_2013 click to open

Univ.-Prof. Dr. Doris Maria Gruber Universitäts-Klinik für Frauenheilkunde , Wien

Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva
und deren Wirkungsspektrum

Für welche Pille entscheide ich mich?
Die Antwort auf diese Frage wird immer
komplexer. Durch die Tatsache, dass es
seit der Markteinführung der Pille vor
50 Jahren einen ständigen Produkte
Zuwachs gibt, stehen uns mittlerweile
um die 65 Präparate zur Auswahl.
Jedes davon hat eine ganz spezifische
Zusammensetzung, wodurch die extragenitalen
Wirkungen auch differieren.
Das Ziel effizient die Fruchtbarkeit der
Frau für die Dauer der Einnahme zu
unterdrücken ist selbstverständlich bei
aller Vielfalt gegeben, und drückt sich
bei allen Präparaten in einem niedrigen
Pearl Index aus.

Ass. Prof. Dr. med. Georg Pfeiler Universitätsklinik für Frauenheilkunde Abteilung für Spezielle Gynäkologie

Adjuvante Endokrine Therapie

Die endokrine Therapie, die ausschließlich
bei Patientinnen mit einem
Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom
indiziert ist, ist eine der
effektivsten systemischen Therapiemöglichkeiten
von Brustkrebs bei
gleichzeitig relativ günstigem Nebenwirkungsprofil.
Der derzeitige Wissensstand
empfiehlt unterschiedliches Vorgehen
je nach Menopausenstatus.


Dr. Bernhard Svejda Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe 9020 Klagenfurt

Aktuelle Therapie der Osteoporose
Leitliniengerechte individualisierte Osteoporosebehandlung

Seit einem Jahr wird das unter der
Patronanz der österreichischen Gesellschaft
für Knochen- und Mineralstoffwechsel
(ÖGKM) erfolgte Update des
erstmals 1995 verfaßten Konsensuspapiers
„Osteoporose – Prävention &
Therapie“ in der täglichen Praxis umgesetzt.







FACHARZT Gynakologie / Urologie 4_2012 click to open

FACHARZT GYNÄKOLOGIE UROLOGIE 3 / 2012 click to open

Facharzt Gynäkologie/Urologie 2_2012 click to open

BPH 2012 – To Pee or Not to Pee

Dr. Ingrid Schauer Dr. Karl F. Diehl Staasdorfer Straße 15 A-3430 Tulln Tel.: +43 2272-65144, Fax Dw. 4 Mobil: +43 664 912 20 20 diehlaon.at

Die benigne Prostatahyperplasie
(BPH), die per se einen histologischen
Befund darstellt, geht primär von den
Stroma- und Drüsenzellen der Transitionalzone
aus und kann schließlich zur
mess- und tastbaren Vergrößerung der
Prostata (BPE - benign prostatic enlargement)
und Obstruktionen (BOO -
bladder outlet obstruction) führen. Die
Prävalenz der BPH steigt mit dem Alter
von 40% bei Männern in der 5. Lebensdekade
bis auf 90% in der 9. Dekade an
und kann als benignes Prostatahyperplasiesyndrom
(BPS) mit verschiedensten
Symptomen in variabler Ausprägung
verbunden sein, die unter dem Terminus
LUTS (lower urinary tract symptoms)
zusammengefasst werden. LUTS
beinhaltet verschiedene Speicher- und
Entleerungssymptome, wie Pollakisurie,
Dysurie, vermehrte Nykturie und gesteigerten
Harndrang, einen schwachen
Harnstrahl, verzögerten Miktionsbeginn,
Nachträufeln, Restharngefühl und Harnverhalt.
Die urodynamische Evaluation
kann dann eine BPO (benigne prostatische
Obstruktion) ergeben. Genau diese
Symptomatik führt jährlich 5,6 Millionen
deutsche Männer zum Arzt, womit sich
die BPH als Thema enormer gesundheitsökonomischer
Relevanz darstellt.

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30 Jahre IVF in Österreich

Univ. Prof. Dr. Wilfried Feichtinger Prim. Dr. Monika Stroh-Weigert Lainzerstr. 6, A-1130 Wien Tel.: +43 1 877 77 75 Fax: +43 1 877 77 75 34 wilfried.feichtingerwunschbaby.at monika.weigertwunschbaby.at www.wunschbaby.at

Ungewollte Kinderlosigkeit stellt
leider kein Einzelschicksal dar. Die
Chancen auf eigenen Nachwuchs stiegen
jedoch mithilfe der Reproduktionsmedizin
in den letzten Jahren stark
an.
Ab 30 wird es schwieriger,
schwanger zu werden
Ein Mann und eine Frau lernen einander
kennen und lieben, beschließen,
eine Familie zu gründen und stellen
manchmal erstaunt fest: So einfach
„funktioniert“ es nicht! Viele Jahre
– oft sogar jahrzehntelang – verhüten
Frauen und wenn der Wunsch für Nachwuchs
aktuell ist, kann das biologische
Idealalter – 20.-30. Lebensjahr der Frau
– für eine Schwangerschaft schon (weit)
überschritten sein.

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Ganzheitliches gynäkologisches Betreuungskonzept beim Mammakarzinom: Von der Vorsorge bis zur Palliativbetreuung

Univ.-Prof. Dr. Edgar Petru Universitätsfrauenklinik, Klinische Abteilung für Gynäkologie Medizinische Universität Graz Auenbruggerplatz 14 A-8036 Graz Tel.: +43 316 385 81 0 82 Fax: +43 316 385 12546 edgar.petrumedunigraz.at petrupetru-gynaekologie.at

Das Konzept der umfassenden Betreuung
der gynäkologischen Patientin
mit Brusterkrankungen von Diagnosestellung
bis zur potenziellen Palliativsituation
hat sich u.a. in Graz bewährt.
Basis für eine solche Entwicklung stellen
Fortschritte in der Strukturentwicklung
gynäkologischer Abteilungen und
Kliniken dar.
Im Folgenden sollen einige Themenschwerpunkte
besprochen werden, die
an der Grazer Frauenklinik in den letzten
20 Jahren realisiert wurden.

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Facharzt Gynäkologie/Urologie 1_2012 click to open

Langzeitkontrazeption

Univ. Prof. Dr. Christian Egarter Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Leiter der Abteilung für Gyn. Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Währinger Gürtel 18-20 A-1090 Wien Tel.: +43 1 404 00-28 19 christian.egartermeduniwien.ac.at

Schwangerschaftsabbrüche sind nicht
nur aus ethischer Sicht, sondern auch
rein medizinisch die wohl ungünstigste
Form der Schwangerschaftsverhütung.
Nach den letzten verfügbaren Schätzungen
der WHO beträgt der Prozentsatz
an Schwangerschaftsabbrüchen
sowohl in den entwickelten als auch in
den unterentwickelten Ländern immer
noch zwischen 20 und 30%. In Österreich
scheint die Situation bezüglich
ungeplanter Schwangerschaften nicht
ganz so dramatisch zu sein. In einer unlängst
durchgeführten, umfangreichen
Befragung an 2478 Frauen (CHOICEStudie)
gaben 10,3% der Befragten an, zumindest bereits einmal ungeplant
schwanger geworden zu sein und immerhin
8,1% (freiwillige Angabe) führten
an, bereits einen Schwangerschaftsabbruch
hinter sich zu haben.

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Update zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

Priv. Doz. Dr. Rupert Bartsch Universitätsklinik für Innere Medizin 1, Klinische Abteilung für Onkologie Währinger Gürtel 18–20, A-1090 Wien Tel.: +43 1 40 400-44 45 rupert.bartschmeduniwien.ac.at

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung
bei Frauen weltweit. Durch
Früherkennung und rezente Fortschritte
in der adjuvanten Therapie konnte
die Mortalität gesenkt werden, dennoch
muss weiterhin bei rund 20%
der Patientinnen mit dem Auftreten
von Fernmetastasen gerechnet werden
(Brewster et al 2008). Zwar gilt das metastasierte
Mammakarzinom weiter als
unheilbare Erkrankung, doch stehen
heute zahlreiche Möglichkeiten zur
palliativen systemischen Behandlung
zur Verfügung: Antihormonelle Substanzen,
Chemotherapeutika und zielgerichtete
Medikamente, zu denen etwa
Antikörper und Tyrosinkinase-Hemmer
gezählt werden. Auch Bisphosphonate
zur Behandlung von Knochenmetastasen
sowie lokal-ablative Verfahren
(Chirurgie, Strahlentherapie, interventionelle
radiologische Techniken) spielen
eine Rolle.
Durch optimalen Einsatz der zur Verfügung
stehenden Optionen gelingt es
häufig, eine lange anhaltende Stabilisierung
der Erkrankung zu erreichen. Von
besonderer Bedeutung ist dabei die
Lebensqualität, weshalb eine individualisierte
risikoadaptierte Behandlungsstrategie
notwendig ist (O‘Shaughnessy
et al 2005).

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Facharzt Gynäkologie/Urologie 4_2011 click to open

Was kann die Pille? Was kann sie noch…

Univ.-Prof. Dr. Doris Gruber Univ.-Klinik für Frauenheilkunde Klinische Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Währinger Gürtel 18–20, A-1090 Wien Tel.: +43 1 40 400-28 16 Fax: DW +43 1 40 400-28 17 doris.grubermeduniwien.ac.at

Verhüten und mehr…
Vor 50 Jahren ist es erstmalig gelungen
ein „Medikament“ auf den Markt
zu bringen, das nicht im eigentlichen
Sinne eine Krankheit heilt oder lindert,
sondern bei gesunden Frauen zum Einsatz
kommt, um nur ein Ziel zu verfolgen,
die Empfängnis zu verhindern.
Die oberste Prämisse an das Produkt
war, effizient eine Schwangerschaft zu
verhüten. Dass dies mit der Pille auch
wirklich möglich ist, steht außer Zweifel
und wird bei jedem neu auf den Markt
kommenden Präparat vorausgesetzt.
Ein niedriger Pearl Index ist selbstverständlich.
Doch was „kann“ die Pille
noch? Welche Vorteile und möglichen
Nachteile „erkaufe“ ich mir als Anwenderin
um den Preis des Empfängnisschutzes?
Mit diesen Fragen sehen
sich Ärztinnen und Ärzte immer öfter
konfrontiert. Die Information diesbezüglich
ist wichtig und muss sachgerecht
erfolgen. Doch sollten auch, wenn
es das Gesprächsklima zulässt, weitere
Dimensionen der Sexualität, vor allem
bei jungen Anwenderinnen, besprochen
werden. Verhüten ist nur ein Aspekt,
wenn man eine Partnerschaft eingeht.

FA Gyn-Uro Gruber

Überblick über ausgewählte empfohlene und nicht empfohlene komplementäre Verfahren während der Strahlentherapie von Tumoren – eine Standortbestimmung im Jahr 2011

Dr. med. Ralph Mücke Leitender Arzt , Strahlentherapeutische Klinik (KLL) Klinikum Lippe Rintelner Straße 85, D-32657 Lemgo Tel.: +49 5261 264626 ralph.mueckeklinikum-lippe.de www.klinikum-lippe.de Co-Autoren: O. Micke, U. Schäfer, I. Britzelmeir, F.T. Baumann, H. Büntzel, I.A. Adamietz, J. Büntzel

Warum nutzen so viele Tumorpatienten
komplementäre Verfahren oder was fehlt
ihnen in der modernen
Tumortherapie?
In nur wenigen Situationen der klinischen
Medizin treten deren verschiedene
Facetten oft so konträr gegenüber wie in
der Onkologie. Es ist das stetige Bemühen
des Onkologen um modernste Therapien
gegen eine scheinbar übermächtige
Erkrankung, die noch immer die Hälfte
der betroffenen Patienten besiegt. Dieses
Bemühen um die optimale Therapie ist
von Patient und Gesellschaft gewollt und
erwünscht und wird von der Solidargemeinschaft
(zumindest in Deutschland)
immer noch größtenteils übernommen.

FA GYN-URO MÜCKE

Sildenafil - Ein Wirkstoff mit Geschichte

Dr. Christoph Baumgärtel AGES PharmMed, Institut Zulassung & Lifecycle Management, Leiter Abteilung Medizinisch-Klinische Begutachtung, Experte in der Pharmacokinetic-Expert Group und Safety Working Party der EMEA AGES PharmMed Schnirchgasse 9, A-1030 Wien www.basg.at christoph.baumgaertelages.at Dr. Tanja Zahlner AGES PharmMed, Institut Zulassung & Lifecycle Management, Gutachterin Abteilung Medizinisch- Klinische Begutachtung, Gruppe MBG5 Kardiologie, Onkologie tanja.zahlnerages.at

Kaum ein neuer Wirkstoff hat in den
letzten zwei Jahrzehnten für größeres
Aufsehen gesorgt als Sildenafil. Als mit
Sildenafil (Viagra) im Spätsommer 1998
eine im wahrsten Sinne des Wortes potente
orale Behandlungsalternative der
erektilen Dysfunktion zur Verfügung
stand, berichteten selbst Boulevardmedien
auf ihren Titelseiten darüber und die
„kleine blaue Pille“ war bald allseits bekannt.
Zeit, die Entwicklungen rund um
den Wirkstoff in den letzten 13 Jahren
Revue passieren zu lassen und aktuelle
Geschehnisse aufzugreifen.
Bei der anfänglichen Entwicklung des
Wirkstoffes Sildenafil hatte wohl noch
niemand auch nur geahnt, in welche therapeutische
Richtung die Reise mit diesem
Wirkstoff gehen würde. Ursprünglich
wurde die Substanz nämlich zur
möglichen Behandlung von Bluthochdruck
und Angina pectoris getestet. Bald
war jedoch klar, dass kaum eine Wirkung
auf Angina pectoris gegeben war, allerdings
beobachtete man eine vermehrte
und unerwartete Zunahme von Erektionen
bei den Testteilnehmern. Diese „Nebenwirkung“
bot somit eine interessante
Option für ein Indikationsgebiet, das
bislang nur begrenzte Therapieoptionen
aufzuweisen hatte. Denn bisher standen
nur intrakavernös per injectionem zu
verabreichende Alprostadil- und Papaverinpräparate
zur Verfügung. Eine einzige
orale Alternative, nämlich Yohimbin, war
wiederum ausschließlich für psychogene
erektile Dysfunktion (ED) zugelassen,
somit bei organisch bedingter ED wirkungslos

FA GYN-URO BAUMGÄRTEL






Facharzt Gynäkologie/Urologie 3_2011 click to open

Moderne Kontrazeption - Notfallkontrazeption

A.o. Univ. Prof. Dr. Franz Fischl Frauenarzt Weimarertstraße 5/16 1180 Wien franz.fischlmeduniwien.ac.at franzfischl.cc

Nach fünfzig Jahren Pille zählt die
hormonelle Kontrazeption nach wie
vor zu den zuverlässigsten reversiblen
Methoden. Im Laufe dieser langen
Zeit hat sich viel verändert. So wurde
die Hormondosis, besonders die des
Ethinylestradiols, deutlich reduziert,
die Vielfalt der modernen Gestagene,
ebenso niedrig dosiert, bringt auch eine
breite Palette therapeutischer Möglichkeiten
mit sich. Ebenso wurden durch
neue Verabreichungsformen, wie Vaginalring,
Pflaster, Depotspritze, Implantat
oder IUS (Hormonspirale), die
Möglichkeiten verschiedenster Anwendungsformen
gegeben.

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Die Prostata als Ursache der Blasenentleerungsstörung

Prim. Priv.-Doz. Dr. Steffen Krause Vorstand der Abteilung für Urologie AKH Linz GmbH Krankenhausstraße 9 4020 Linz Tel.: +43 732 7806 2243 Fax: +43 732 7806 2246 steffen.krauseakh.linz.at

Die benigne Prostatahyperplasie
(BPH) ist die häufigste Störung des
Wasserlassens beim Mann und kommt
bei ca. der Hälfte aller Männer über 60
Jahre vor. Aufgrund allgemeiner demographischer
Entwicklungen wird das
Durchschnittsalter der BPH-Patienten
jedoch immer höher. Die Lebensqualität
der betroffenen Männer ist hierbei
deutlich eingeschränkt, was den
frühzeitigen Beginn einer Behandlung
rechtfertigt.
Die Ursache dieser gutartigen Neubildung
der Prostata ist nicht völlig
geklärt. Neben dem Altern wird den
männlichen Geschlechtshormonen, den
Androgenen, und ihrem Stoffwechsel
ein Einfluss auf die Größenzunahme
der Vorsteherdrüse zugeschrieben.
Diskutiert wird auch eine Aktivierung
der embryonalen Stammzellen innerhalb
der Prostata, ausgelöst durch die
„Wechseljahre“ des Mannes.

krause

Endokrine Therapie des Mammakarzinoms

Dr. Georg Pfeiler Universitätsklinik für Frauenheilkunde Abteilung für Spezielle Gynäkologie Währinger Gürtel 18-20 1090 Wien georg.pfeilermeduniwien.ac.at

Die endokrine Therapie stellt eine zentrale
Säule in der Behandlung des Hormonrezeptor-
positiven (HR+) Mammakarzinoms
dar. Die Effektivität dieser
Therapieform ist bei gleichzeitig relativ
geringen unerwünschten Wirkungen
enorm. Verschiedene Substanzen, Kombinationen
und Sequenzen kommen im
Rahmen der endokrinen Therapie zum
Einsatz. Der derzeitige Wissensstand
empfiehlt unterschiedliches Vorgehen
je nach Menopausenstatus. Im Weiteren
soll der aktuelle Standard der adjuvanten
„antihormonellen“ Therapie sowie
mögliche Pitfalls besprochen werden.

pfeiler






FACHARZT GYNOKOLOGIE/UROLOGIE AUSGABE 2/11 click to open

Methoden der intrauterinen, nichthormonellen Verhütung

Dr. Bettina Pinnisch FÄ für Gynäkologie und Geburtshilfe Kreuzgasse 73, 1180 Wien Tel.: +43/1/470 38 18 aon.912603249aon.at

Schon tausende Jahre vor der Erfindung
der Pille gab es Verhütungsmethoden,
die ohne hormonelle Komponente
auskommen mussten. Bereits im alten
Ägypten kamen Barrieremethoden wie
ausgehöhlte Zitronenhälften (als Ur-
Diaphragma) oder spermizide Substanzen,
zum Beispiel saure Milch oder Honig,
zum Einsatz. Beduinen legten den
Kamelen Steine in die Gebärmutter, um
auf langen Reisen Kamelnachwuchs zu
verhindern.

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Männliche Inkontinenz nach Prostataeingriffen: moderne Behandlung

Priv.-Doz. Dr. Mesut Remzi, Univ.-Doz. Dr.Wilhelm A. Hübner Landesklinikum Weinviertel Korneuburg Urologische Abteilung Wiener Ring 3-5, A-2100 Korneuburg Tel.: +43/2262/780 5740 mRemzigmx.at

Eine männliche Inkontinenz (Harnverlust)
nach Prostataeingriffen hängt
von multiplen Faktoren ab. Nicht zuletzt
die Definition, der Nachbeobachtungszeitpunkt,
Art der Untersucher, Erfahrung
des Untersuchers und die Art der
Untersuchung (operierende Institution
versus anonyme Fragebogen) bestimmen
die Inzidenz. Nach radikalen Prostatektomien
wegen eines Prostatakarzinoms,
aber auch nach Bestrahlung und
anderen Prostatainterventionen finden
sich Inkontinenzraten von 3-60%. Während
konservative Maßnahmen, im Sinne
von gut durchgeführtem Beckenbodentraining,
bis zu einem Zeitraum von
sechs Monaten post-interventionell erfolgsversprechend
sind, erfordert die
länger anhaltende Inkontinenz in der
Regel eine operative Behandlung.

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Welche Maßnahmen unterstützen sinnvoll antihormonelle Therapien und welche sollten besser vermieden werden?

Prof. Dr. Karsten Münstedt1, Matthias Kalder2 1Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Medizin, Frauenklinik Klinikstraße 32, D-35392 Gießen Tel.: +49/641/99 45200 karsten.muenstedtgyn.med.unigiessen. de 2Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin, Frauenklinik, Marburg

Hormontherapien stellen einen wichtigen
Teil der Krebstherapie dar, allerdings
führen sie zu unerwünschten Wirkungen
wie Hitzewallungen und Osteoporose.
Oftmals versuchen Patienten mit Hilfe
von komplementären und alternativen
Methoden (KAM) diese Beschwerden zu
lindern. Zunächst ist es wichtig zu wissen,
dass das Auftreten von Beschwerden wie
Hitzewallungen die Wirksamkeit einer
Behandlung anzeigt. Dieser Umstand
sollte mit den Patienten kommuniziert
werden, so dass diese möglicherweise die
Beschwerden besser akzeptieren.Im Verhältnis
zu der hohen Prävalenz von KAM
im Bereich der Onkologie gibt es wenige
Studien zu möglichen Interaktionen zwischen
KAM und Hormontherapie.

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Urologie im niedergelassenen Bereich: Facts zur Prostatavorsorge, -nachsorge und Patientencompliance

Dr. Alexander Friedl, Univ.-Prof. Dr. Christian-Peter Schmidbauer Praxis-Klinik Urologie, Fuchshallergasse 2/11, A-1090 Wien Tel.: +43/1/315 21 90, Fax: +43/1/317 93 67-24 schmidbauerurologie-wien.com

Prostatavorsorge in Österreich
Die Prostatavorsorge gehört zu den
wichtigsten Vorsorgeprogrammen im
österreichischen Gesundheitswesen.
Urologen und Allgemeinmediziner sind
dafür verantwortlich,Veränderungen an
der Prostata erstmals und so früh wie
möglich festzustellen. Seit 1971 ist in
Deutschland das Prostatascreening für
Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen.
Die österreichische Gesellschaft
für Urologie hält sich ebenfalls an die
Empfehlung der DGU (Deutsche Gesellschaft
für Urologie). Für familiär
vorbelastete Patienten wird eine Untersuchung
ab dem 40. Lebensjahr angeraten.
Bei unauffälligen Befunden sollte
das Vorsorgeprogramm jährlich fortgesetzt
werden. Tastbare Veränderungen
an der Prostata, auffällige PSA-Werte
oder Miktionsbeschwerden z.B. im Sinne
von LUTS (lower urinary tract symptoms)
verlangen engmaschigere Kontrollen.
Bei sehr niedrigen und stabilen
Langzeit-PSA-Werten mit unauffälligen
Rektalbefunden kann im Ermessen des
Urologen die Prostatavorsorge auch alle
zwei Jahre empfohlen werden.

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Facharzt Gynäkologie/Urologie 1_2011 click to open

50 Jahre hormonelle Kontrazeption – Innovation und Individualisierung

Autor: Dr. Alfons W. Kowatsch, Maga. Dagmar M. Bernardis

Bei der Einführung des ersten hormonellen Kontrazeptivums in Europa, das unter dem Namen „Anovlar®“ im Jahre 1961 auf den Markt kam, ahnte man nicht, welche sozialpolitische und ökonomische Umwälzung diese Innovation im Laufe der nächsten 50 Jahre mit sich bringen würde.Die Möglichkeit der Geburtenkontrolle stellt einen Meilensteinam Weg zur Emanzipation der Frau dar. Die Kontrazeption ermöglichte sowohl die grundsätzliche Entscheidung der gewollten Kinderlosigkeit als auch den
Entschluss, nur ein Kind zu gebären; das betrifft derzeit fast 50% der Schwangeren.
Eine wesentliche Erhöhung des Alters der Erstgebärenden ist festzustellen:
Während das Durchschnittsalter im Jahr 1958 bei 22 Jahren lag, stieg es im Jahr 2009 auf 28 Jahre. Bemerkenswert ist weiter,dass der Anteil der über 35-Jährigen dieses Kollektivs heute bei 20% liegt. Als Folge dieser Entwicklung tritt
eine Reduktion der Gesamtfertilitätsrate (Kinderzahl/Frau) in Erscheinung –
von 2,28 im Jahre 1963 auf 1,39 im Jahr 2009 – und dies trägt wesentlich zur Überalterung der Bevölkerung bei (1,2,3).Daraus resultieren künftige sozial- und gesellschaftspolitische Herausforderungen.

50 Jahre hormonelle Kontrazeption – Innovation und Individualisierung

Akne – Diagnostik und Behandlung

Autor: Dr. Alfons Kowatsch

Wie die jüngsten genetischen und molekularbiologischen Untersuchungen zeigen, ist die Akneerkrankung und deren Ätiologie ein komplexes Geschehen, sodass diese Thematik nicht nur den Fachbereich der Dermatologie, sondern auch jene der gynäkologischen Endokrinologie, internistischen Stoffwechselerkrankungen,
Immunologie sowie Genetik beschäftigen muss. Die häufigste Erkrankung der Haut ist Akne. Bis zu 90% der Adoleszenten mit einem Altersgipfel um das 14. Lebensjahr leiden in unterschiedlichem Ausmaß unter dieser Erkrankung, die mit
Abschluss der Pubertät ausheilen sollte.

Akne – Diagnostik und Behandlung

Evidenzbasierte Prävention des Prostatakarzinoms

Autor: Dr. Armin Henning, Univ.-Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald

In Österreich werden gemäß Statistik Austria derzeit jährlich knapp 4.500 Prostatakarzinome neu diagnostiziert und machen damit 24% aller Krebserkrankungen
bei Männern aus.Die Prävalenz nimmt mit steigendem Alter deutlich
zu, meist wird die Diagnose um das 70. Lebensjahr gestellt.Das kumulierte Sterberisiko bis zum Alter von 75 Jahren liegt bei 0,8%. Das heißt, etwa einer von 100
im Jahr 2008 neugeborener Buben wird unter der Annahme gleich bleibender altersspezifischer Mortalitätsverhältnisse bis zu seinem 75.Lebensjahr an Prostatakrebs versterben (1). Das Prostatakarzinom ist somit eine Erkrankung hoher und zunehmender Prävalenz mit langer, oft Jahrzehnte dauernder Latenzperiode und gehäuftem Auftreten im höheren Alter. Diese Charakteristika machen es zu einem
idealen, potentiellen Ziel präventiver Maßnahmen: Selbst eine verhältnismäßig
geringe Verzögerung des Krankheitsbeginns würde zu einer substantiellen
Verringerung der Inzidenz und somit zu einer Reduktion der Krankheitslast
für den Einzelnen und der Kosten für das Gesundheitssystem führen. Zudem
zeigen rezent publizierte Studien zum Thema Screening beim Prostatakarzinom,
dass der Versuch, eine Reduktion der Mortalität mittels Früherkennung zu
erreichen, mit beträchtlicher Überdiagnose und Übertherapie einhergeht (2).

Evidenzbasierte Prävention des Prostatakarzinoms






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