FACHARZT Innere Medizin 4_2011 click to open
Therapie des Vorhofflimmern in der täglichen Praxis
Dr. Peter Lercher Klinische Abteilung für Kardiologie Medizinische Universität Graz Auenbruggerplatz 15 8036 Graz Tel.: +43 316 385 80540 Fax: +43 316 385 13733 peter.lercher∂medunigraz.at
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung
in der täglichen Praxis.
1% - 2% aller Erwachsenen sind davon
betroffen, für Österreich bedeutet dies
schätzungsweise 120 - 160.000 Patienten.
Vorhofflimmern zeigt eine typische
Altersabhängigkeit. So ist die Prävalenz
der 40 – 50 Jährigen < 1% und steigt bei
über 80 Jährigen auf 10 – 15% an. Neueste
epidemiologische Untersuchungen zeigen,
dass jeder 4. der heute 40-Jährigen in
seinem weiteren Leben Vorhofflimmern
entwickeln wird. Statistische Berechnungen
von Daten aus Europa und den USA
gehen davon aus, dass sich die Anzahl der
Patienten mit Vorhofflimmern bis zum
Jahre 2050 verdreifachen wird.
Die Prognose ist bei Patienten mit Vorhofflimmern
generell eingeschränkt. Die
Mortalität ist im Vergleich zur Normalbevölkerung
um das Zweifache erhöht, das
Risiko des Schlaganfalls um das Fünffache.
Vorhofflimmern führt häufig zu Hospitalisierungen,
so wurden im Jahre 2009
in Österreich beispielsweise knapp 11.000
Patienten mit der Diagnose Vorhofflimmern
stationär behandelt.
FACHARZT Innere Medizin 3_2011 click to open
Hepatitis C Update
Ass. Dr. Elisabeth Krones, Univ. Doz OA. Dr. Peter Fickert Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz Tel.: +43 316 385 14388 Fax: +43 316 385 17560 elisabeth.krones∂medunigraz.at
Virologie, Epidemiologie,
Übertragung und natürlicher
Verlauf der Hepatitis C
Das Hepatitis C Virus (HCV) ist ein
RNA Virus aus der Familie der Flaviviridae
und wird aktuell in 6 Genotypen
(GT 1-6) unterteilt. In der westlichen
Welt dominieren die GT 1a und 1b
gefolgt von GT 2 und 3, während GT
4 vorwiegend in Ägypten vorkommt.
GT 5 und 6 sind sehr selten und werden
überwiegend in Südafrika (GT 5)
und Südostasien (GT 6) nachgewiesen.
Die Ansprechraten auf eine antivirale
Therapie sind mitunter abhängig vom
Genotyp. So werden bei GT 2 und 3
wesentlich höhere SVR („sustained
virological response“ – fehlender Virusnachweis
6 Monate nach Beendigung
der antiviralen Therapie) Raten
erreicht als vergleichsweise bei GT 1
und 4.
Asthma bei Kindern und Jugendlichen
Prim. DDr. Peter Voitl, MBA Ambulatorium für Kinderkardiologie Donaucitystrasse 1 1220 Wien Tel: +43 1 263797-999 Fax: +43 1 263797-979 www.kinderkardiologie.at www.kinderarzt.at office∂kinderarzt.at
Asthma ist die häufigste chronische
Krankheit bei Kindern. Das aus dem
Griechischen stammende Wort «Asthma
» bedeutet «Keuchen». Asthma im
Kindesalter ist durch Atemnot und einen
pfeifenden Ton bei der Ausatmung,
die auch verlängert sein kann, gekennzeichnet.
Asthma kann sich aber auch
als lange andauernder Husten äußern,
der auf Hustensäfte keine Besserung
zeigt und vor allem nachts auftritt. Das
kindliche Asthma ist eine Erkrankung
der kleinen Atemwege, die sich durch
eine entzündliche Reaktion verengen
und somit die Atmung behindern. Etwa
jedes vierte Kind leidet während der
Kindheit zeitweise an asthmaähnlichen
Beschwerden und etwa 10 Prozent aller
Kinder entwickeln auch tatsächlich
Asthma. Am häufigsten entwickelt sich
Asthma zwischen dem vierten und fünften
Lebensjahr.
Therapieoptionen bei Diabetes mellitus Typ 2 – ein Update
OÄ Dr. Silke Böcskör Herz-Jesu Krankenhaus Baumgasse 20A 1030 Wien Tel.: +43 1 712 2684 -0 Fax: +43 1 712 2684 -8650 silke.boecskoer∂kh-herzjesu.az
Im folgenden Artikel möchte ich einen
Überblick der derzeit verfügbaren oralen
antidiabetischen Therapie bei Diabetes
mellitus Typ 2 geben.
In den 50er-Jahren kamen die ersten
oralen Antidiabetika mit Biguaniden
und Sulfonylharnstoffen auf den Markt,
in den folgenden Jahrzehnten wurden die
Sulfonylharnstoffe zwar laufend ergänzt,
die Entwicklung neuer Substanzklassen
benötigte jedoch mehr als 40 Jahre.
Ende der 90er wurden die Glinide und
Glitazone eingeführt, das neue Jahrtausend
brachte die DPP-4-Hemmer und
die GLP-1-Analoga. Diese neuen Substanzklassen
brachten Hoffnung auf eine
Verbesserung der Diabetestherapie.
Vereinfacht gesagt liegen dem T2DM
pathogenetisch eine Betazelldysfunktion
und die Insulinresistenz zu Grunde. Dies
führt zu einer verminderten Glucoseaufnahme
in Muskel-und Fettzellen und zu
einer verminderten Hemmung der Gluconeogenese.
Beide Mechanismen haben
eine Erhöhung der Blutzuckerspiegel
zur Folge. Die Betazellen können auf
einen prandialen Glucoseschub weder
schnell noch ädaquat Insulin freisetzen,
sodass es zu einem pathologischen Anstieg
der postprandialen Blutzuckerwerte
kommt. Im Lauf der Zeit nimmt die
Funktion und Zahl der Betazellen weiter
ab, wodurch sich allmählich ein absoluter
Insulinmangel entwickelt.
FACHARZT Innere Medizin 2_2011 click to open
LDL-Cholesterin: Warum Kombinationstherapie?
Therapieregime
Das Grünbox-Statin stellt heute die
Basis der Therapie dar.
Bei Umstellungen oder Titrationen
ist allerdings zu beachten, dass innerhalb
eines Statins jede Verdopplung der
Dosis die zusätzliche LDL-Senkung im
Schnitt nur 6% beträgt. [1]
Die rezent, 2010, im American Journal
of Cardiology publizierte Metaanalyse
[2] aus VOYAGER, zeigte für die
inkludierten Statine Rosuva-, Atorvaund
Simvastatin bei 32,258 Patienten
eine LDL-Senkung von -4%-7% bei
Verdopplung der jeweiligen Dosis.
„Renale Sympathikus-Denervation“ – wird die arterielle Hypertonie eine interventionell behandelbare Erkrankung?
Privat-Dozent OA Dr. Thomas Weber Kardiologische Abteilung Klinikum Wels-Grieskirchen Grieskirchnerstrasse 42 A-4600 Wels Tel: +43 7242 415 2215 thomas.weber∂klinikum-wegr.at
Trotz einer Vielzahl antihypertensiv
wirksamer Medikamente ist die Blutdruckeinstellung
weltweit, aber auch
in Österreich häufig insuffizient, sodass
die arterielle Hypertonie weiterhin als
der wichtigste kardiovaskuläre Risikofaktor
angesehen wird. Die fundamentale
Rolle des Sympathikus in der
Entstehung und Aufrechterhaltung der
Hypertonie haben schon frühe Studien
gezeigt, bei denen eine chirurgische
Sympathektomie eine gute Blutdruckkontrolle
auch bei schwerer Hypertonie
ermöglichte.
Aufgrund der Invasivität und der
Nebenwirkungen geriet das Verfahren
nach Entwicklung potenter antihypertensiv
wirkender Medikamente in
Vergessenheit. Die rezent entwickelte
interventionelle renale Sympathikusdenervation
ist bei therapierefraktärer
Hypertonie eine wirksame, minimalinvasive
und nebenwirkungsarme Methode,
die in plazebokontrollierten Studien
eine deutliche Verbesserung der
Blutdruckkontrolle zeigte.
Rheumatoide Arthritis Elf Jahre Biologika-Therapie in Österreich
OA. Prof. Dr. Günther Haberhauer, Dr. Christoph Strehblow, Dr. Michael Smeikal, Univ.-Prof. Dr. Peter Fasching Wilhelminenspital der Stadt Wien 5. Medizinische Abteilung mit Rheumatologie und Endokrinologie Montleartstr. 37 A-1160 Wien guenther.haberhauer∂wienkav.at
Unter Biologika versteht man in der
Rheumatologie Substanzen, welche
biotechnologisch hergestellt werden
und gezielt in körpereigene Vorgänge,
im Speziellen in den komplizierten,
kaskadenartigen Entzündungsablauf,
eingreifen können. Sie stehen nunmehr
offiziell seit elf Jahren, genau genommen
seit 1. Februar 2000, in Österreich
zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis
(RA) zur Verfügung.
Zulassungen für weitere Erkrankungen
wie die Psoriasisarthritis, Morbus
Bechterew, die juvenile Rheumatoide
Arthritis, die Plaque-Psoriasis, Morbus
Crohn, Colitis ulcerosa, etc. folgten in
den nächsten Jahren. Rasch progrediente,
kaum beeinflussbare RA-Erkrankungsverläufe,
welche zu irreversiblen
Gelenksdestruktionen und Invalidität
führen, sind durch ihren Einsatz in den
letzten Jahren deutlich seltener geworden.
COPD Update 2011
Dr. Wolfgang POHL Facharzt für Lungenheilkunde Hans Kudlich G. 11/2/5 A-2230 Gänserndorf +43 2282 60460 ( Fax-13) Institute for Clinical Researche Dr. Pohl GmbH Leitender Arzt: Dr. Wolfgang Pohl Sonnentalg. 1, A-Winden 7092 Landesgericht Eisenstadt Tel.: +43 699 171 53 350 email.: pohlwolfgang∂aon.at www.drpohl.at
Definition
Chronic obstructive pulmonary disease
– COPD“ ist eine progrediente
Erkrankung, die durch eine nicht vollständig
reversible Atemflussbehinderung
charakterisiert ist. Die Atemflussbehinderung
ist das Resultat einer
chronisch obstruktiven Bronchitis und
einer Destruktion des Lungenparenchyms
(Emphysem). Während das Emphysem
als permanente Vergrößerung
der Lufträume distal der terminalen
Bronchiolen verbunden mit einer Destruktion
ihrer Wände definiert ist,
handelt es sich bei der obstruktiven
Bronchitis um eine inflammatorische
Antwort der Bronchiolen, verbunden
mit einer Mukushypersekretion. Chronische
Bronchitis und Emphysem treten
üblicherweise gemeinsam auf.
Das Ausmaß der obstruktiven Bronchiolitis
und des Emphysems ist unter
den Betroffenen variabel. Wiederum
patientenabhängig kann auch eine dem
Asthma ähnliche bronchiale Überempfindlichkeit
(Hyperreagibilität) bei einem
nicht geringen Anteil, wie kürzlich
in einer Studie gezeigt werden konnte,
beobachtet werden. Speziell bei fortgeschrittener
COPD kann auch eine
Systembeteiligung mit Inflammation
der Skelettmuskulatur nachgewiesen
werden.
FACHARZT Innere Medizin/Pulmologie 1_2011 click to open
FACHARZT Innere Medizin 4_2010 click to open
Lipidsenkung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz
Autor: Mag. Dominik Lautsch
Kardiovaskuläre Ereignisse bei/versus Nierenerkrankung
Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen heute nicht nur zu den häufigsten Diagnosen in der ärztlichen Praxis, sondern auch zu den häufigsten Todesursachen in Österreich1. Das Risiko eines Patienten, an einem schwerwiegenden atherosklerotischen Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben, ist im wesentlichen durch Geschlecht, Alter und genetische Risikofaktoren geprägt.…
Antihypertensive Kombinationstherapie – neue Optionen?
Autor: Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Auer
Aktuelle Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften haben aufgrund rezenter klinischer Studien den Zielblutdruck für spezielle Patientenkollektive weiter spezifiziert. Für Patienten mit Diabetes mellitus und erhöhtem kardiovaskulären Risiko wurden relativ klare Blutdruckgrenzen eingeführt. Gleiches gilt für Patienten mit Niereninsuffizienz, bei denen eine konsequente Blutdrucksenkung (insbesondere bei Patienten mit Proteinurie) zu einer bedeutsamen Reduktion des kardiovaskulären Risikos führt.…
Antihypertensive Kombinationstherapie – neue Optionen?Diabetes mellitus Typ 2 – ein Update
Autor: Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi
Im folgenden Artikel möchte ich einen kurzen Zwischenbericht über die aktuelle Situation des Diabetes mellitus Typ 2 geben.
In den letzten zwei Jahren wurden allein unter dem Stichwort Diabetes mellitus 26.163 Publikationen in internationalen, peer reviewed Journals veröffentlicht.…
Diabetiker sind Hochrisikopatienten von Anfang an
Autor: OA Dr. Lucas Kleemann
Bedingt durch die zugrundeliegende Erkrankung sind Diabetiker einem deutlich erhöhten kardio- und zerebrovaskulären Risiko ausgesetzt und nichtdiabetischen Post-Myokardinfarkt- bzw. Insult-Patienten gleichzusetzen. Somit sollte so früh wie möglich ein Screening hinsichtlich seiner Risikofaktoren erfolgen und diese auch nach den Leitlinien behandelt werden. …
Diabetiker sind Hochrisikopatienten von Anfang anDie gastroösophageale Refluxkrankheit
Autor: OA. Priv.-Doz. Dr. Ruxandra Ciovica Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Gadenstätter MSc
Epidemiologie
Die gastroösophageale Refluxkrankheit (gastroesophageal reflux disease; GERD) ist die häufigste gutartige Erkrankung des oberen Gastrointestinaltraktes in der westlichen Welt mit einer Häufigkeit von 7–14%. Verschiedene Faktoren führen zum Auftreten einer therapiebedürftigen Refluxösophagitis, ein Teil der Patienten entwickelt im Laufe der Jahre eine so genannte Barrett-Metaplasie, welche als potentielle Präkanzerose (Krebsvorstufe) anzusehen ist.…







